Das Familienstellen bietet den Teilnehmenden Gelegenheit, persönliche Anliegen aus privaten und beruflichen Bereichen zu klären und für die damit verbundenen Probleme wirksame Lösungshilfe zu erhalten.
Individuelle Probleme, die auf systemischen Verstrickungen beruhen, erweisen sich oft als schwer zu fassen und sind oft aus den persönlichen Erfahrungen der Betroffenen nicht erklärbar. Sie äußern sich auf verschiedenste Art und Weise in Verhaltens- und Gefühlsblockaden, persönlichen Krisen und gehemmter Entwicklung. Zum Beispiel in Ziellosigkeit, "Versagensmustern", Beziehungs- und Eheproblemen, Schwierigkeiten der Kinder und in der Erziehung , beruflichen Schwierigkeiten u. v. a. Auch seelische und körperliche Krankheiten werden vom, in der Tiefe verinnerlichten Seelenbild des Familien- bzw. Beziehungssystems beeinflußt.
Jeder ist in seiner Herkunftsfamilie tief in die Vorstellungen, Regeln und Schicksale eingebettet, ohne dass es ihm bewusst ist. Die spezifischen Lernerfahrungen des “Lebewesens Familie“ - "wie mit dem Leben umzugehen ist", leben in uns fort. Deshalb ist für ein gutes Gelingen und entwickeln im Leben entscheidend, welches “Gefühlserbe“ der Frueheren wir unbewusst mitbekommen haben. Und in jedem System gibt es mehr oder weniger gute Lösungen, einschränkende oder förderliche, für die Entwicklung der Familienmitglieder. In den Aufstellungen wird für die Teilnehmer erfahrbar, wie die Familie insgeheim in Liebe und Treue verbunden ist und damit einander in der Seele beeinflusst - im Guten wie im Schweren. Wenn schwierige Schicksale verhindern, dass entscheidende Prozesse in den Seelen von Ahnen ausbleiben, führt die Bindungsliebe zu einer unbewussten Identifizierung mit Gefühlen von Früheren oder dem Nachahmen des Schicksals und der Einzelne opfert dafür z. B. seine Gesundheit, Lebensfülle oder eigenes Glück im Beruf und in Beziehungen. Aufgrund eines unbewussten Bedürfnisses nach Ausgleich in der Sippe, wird Leid, dass Frühere erlitten haben, von Späteren versucht wiedergutzumachen, indem sie, unbewusst der Ursachen, ebenso leiden.